Geschichtlicher Überblick: Welkers

Welkers gilt als ein sehr alter Ort. Die ersten Siedlungen sollen bereits im 8. Jahrhundert in Form eines Gutshofes durch das Benediktinerkloster Fulda entstanden sein. Ob im Jahre 1163 das Gefolge Reinalds von Dassel, des Kanzlers Friedrich Barbarossas mit den Reliquien der Hl. Dreikönige auf dem Wege nach Köln hier in Welkers auf dem"Gutshofe des Waltger" Station gemacht haben, ist nicht belegt. Urkundlich wird dieser Hof jedoch bereits 1166 genannt.

 

Unter einer Schenkungsakte des damaligen Propstes "Markward vom Neuenbergell steht ein "Bernger von Welgeres" vom Hofe des Waltger als Zeuge.
1333 berichtete Heinrich von Steinowe dem Propst vom Neuenberge, dass ein Heinrich Schurge und seine Erben auf Ihre Lehensgüter zu Welkers (hier erstmalig schon mit dem heutigen Namen genannt) verzichtet hätten. Und 1435 verpachtete Abt Johann das Schachengütchen zu Welkers erblich an Hans Reyfried.

Von 1451 bis 1540 war Welkers fuldisches Lehen der von Ebersberg. In diese Zeit fällt auch der Bau der ersten Welkerser Kirche; welche 1493 konsekriert wurde.

Der Hochaltar dieser "Kapelle am Wasser", wie sie der Volksmund genannt haben soll, war den Heiligen Gangolf, Jakobus d. Ält., Christopherus, Barbara und Wendelinus geweiht.

1681 werden als Titulare das Hl. Kreuz und die Heiligen Dreikönige genannt.Nach der Sage soll diese Kapelle als Dreikönigskapelle großes Ansehen bei der Bevölkerung gehabt haben und als Gnadenort gegolten haben. Im Jahre 1510 bestand die Einwohnerschaft von Welkers aus „18 Viehaltern". Durch Kauf ging Welkers 1675 von den Ebersbergern an das Fürstentum Fulda über. An jene Zeit erinnert ein Bildstock am Ortsausgang nach Eichenzell, der 1697 im Auftrage von "Hans Hehl, seiner Ehefrau Gertraud mi,d 2 Söhnen und 6 Döchdern," von dem Bildhauer Melcher Sacks von Eichenzell gehauen wurde. 1756/58 errichtete Johann Möller ebenfalls einen Bildstock an der Straße nach Rothemann.

Und aus Dankbarkeit, daß seine Kinder vor großem drohendem Unheil verschont wurden, stiftete Vallentin Kreif 1762 bei den Burkhardshöfen einen Bildstock ebenfalls in der damals üblichen Barockform.

Ab 1779 hatten die Welkerser schon einmal ständigen Sonntagsgottesdienst durch die Benediktiner aus Fulda, ein Privileg, das aus unbekannten Gründen später entzogen wurde.

Den „23 Nachbarn und 6 Beisassen", die man 1789 zählte, bot die kleine Kapelle nicht mehr genügend Raum und so kam es in dem Jahre der französischen Revolution zu einem Anbau. Die um 1800 einsetzenden napoleonischen Kriege gingen auch an unserer Heimatgemeinde nicht spurlos vorüber. Zahlreiche Truppendurchzüge, sowie marodisierende Soldateska brachten Drangsal, Krankheit, Hunger und dezimierten auch hier die Bevölkerung.

Ab 1816 wurde das Fuldaer Land dem kurhessischen Staat zugeschlagen, welcher für die Aufforstung der kahlen Weideflächen des Burkhardser Kopfes und der Liede sorgte. Leider hatte es die Welkerser Gemeinde in kurzsichtiger Weise abgelehnt, diese Maßnahme selbst zu finanzieren. Als "Abfindung" stammt aus jener Zeit die Jahrholzregelung.

1866 kam Kurhessen an Preußen. Doch die Rekrutierung und Ausbildung junger wehrfähiger Männer bedurfte „längere Zeit", so dass der preußisch-französische Krieg an den Welkersern ohne Blutopfer vorüberging. Aus Dankbarkeit, dass seine 6 Söhne nicht bei der kämpferischen Armee waren, errichtete ein Vater 1870 das große Steinkreuz an der Straße nach Rönshausen (bei Schäfer), welches erst kürzlich renoviert wurde.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl so kräftig an, daß die alte Kapelle bei weitem nicht mehr ausreichte. So bauten die Welkerser 1998/99 ihr 2. Gotteshaus, eine neugotische Kirche, der die 400 Jahre alte Kapelle leider zum Opfer fiel. Als Hochaltar fand hier ein spätgotischer Seitenaltar aus der alten Stiftskirche Fuldas Platz, welcher im neuen Barockdom nicht mehr aufgestellt werden konnte. Dieser wertvolle Edelstein mittelalterlicher Holzschnitzkunst soll aus dem Jahre 1410 stammen und zeigt die Kreuzigung Christi.

Bei Beginn des 1. Weltkrieges von 1914 - 18 zählte unser Ort 378 Einwohner. Doch in diesem Krieg mussten 16 junge Männer ihr Leben lassen. Trotz des großen Blutzolls brandeten nach nach zwei Jahrzehnten Frieden erneut die Völker gegeneinander.

Schwamm im Mauerwerk und Holzwurm im Gebälk und die erneute Raumnot ließen es die Welkerser in einer Bürgerversammlung ratsam erscheinen, schon nach 70 Jahren wiederum eine neue und größere Kirche zu bauen. Sie wurde 1968/69 mit einem Kostenaufwand von 1,15 Mio. DEM in Form einer modernen Zeltkirche errichtet. Ohne die Spendenfreudigkeit der Welkerser Bürger wäre dies kaum möglich gewesen.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform 1972 - 1973 wurde Welkers ein Ortsteil der Gemeinde Eichenzell. Heute, im Jahre 2001 zählt unser Ort 1005 Einwohner.

Rückblickend darf gesagt werden, daß unsere Heimatgemeinde einen beachtlichen geschichtlichen Hintergrund aufweisen kann. Diesen lebendig zu erhalten, haben wir uns als Aufgabe gestellt.

Deshalb sind wir für alle Beiträge, die das Geschichtsbewusstsein der Welkerser fördern, sehr dankbar. Wir wollen sie gerne aufarbeiten und weiterreichen.

Helfen Sie mit!

Mit herzlichem Heimatgruß

Ihre

Wander- und Heimatfreunde Welkers e. V.